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Test
Fir Apple war die Hannover-Messe der Ort fiir die
Macintosh-Prisentation. Eine aufsehenerregende
Uberraschung lieferten sie dann zwei Wochen
spiter — den ra IIc. Das jiingste
ind der Ap
3,5 Kilo u
samte Software des
le Il-Familie wiegt
versteht fast die ge-
Apple lle.
Dennoch unterscheidet sich der
»Compacte« von seinem
groBeren Bruder
etheblich.
Apple-Computers steht fiir
»compact«. Diese Bezeichnung
ist sicherlich zutreffend. Der Apple
Tc wiegt zirka 3,5 Kilogramm und ist
ziemlich klein: 28,5 cm breit, 30,5 cm
lang und 6 cm hoch. In die System-
einheit eingebaut sind ein 5’4-Zoll-
Diskettenlaufwerk und die Tastatur
sowie mehrere Schnittstellen, Buch-
sen zum AnschlieBen zusatzlicher
Gerdte wie Fernseher, Monitor oder
Joysticks. An der Riickseite des Ge-
rats ist ein Griff angebracht, an dem
der Apple IIc getragen werden
kann. Der Griff iibt noch zusatzlich
die Funktion eines Sténders aus.
Wenn man mit dem Apple IIc arbei-
tet, kann man den Griff senkrecht
zum Computer klappen und das Ge-
rat darauf stiitzen. Es wird nicht nur
empfohlen, den Griff als Stiitze zu
verwenden, es ist sogar erforder-
lich. Nur soist garantiert, daB die bei
eingeschaltetem Apple IIc entste-
hende Warme auch entweichen
kann. Am Apple IIc sind dafiir an
der Ober- und auch an der Untersei-
te Liiftungsschlitze vorhanden.
Zum Lieferumfang des Apple IIc
gehort noch so einiges: ein Netz
transformator, das Stromkabel, ein
HF-Modulator fiir den Anschluf ei-
nes Fernsehgerats sowie das Kabel
von dem HF-Modulator zum Anten-
nenausgang des Fernsehers, drei
Handbiicher und fiinf Disketten.
Viel Leistung in kleinem
Gehause
Der Apple Ilc verfiigt tiber 128
KByte Arbeitsspeicher, der nicht er-
weitert werden kann sowie den 8 Bit
CMOS Mikroprozessor 65C02 (1,023
142 Semputer
D: »c« im Namen des neuesten
MHz). Der 65C02 ist eine Weiterent-
wicklung des 6502. Er unterscheidet
sich von seinem Vorganger in einer
schnelleren Wiedergabe von Grafi-
ken und einer schnelleren Ausfiih-
rung von arithmetischen Operatio-
nen, In dem 16 KByte groBen ROM
sind Applesoft-Basic, ein Disassem-
bler und ein Monitorprogramm. Das
eingebaute 5%4-Zoll-Laufwerk bietet
eine Kapazitat von 143 KByte und ist
kompatibel mit dem des Apple Ile.
Alle Mitglieder der Apple II-Familie
konnen deshalb beliebig Disketten
tauschen. Ein zweites, externes
Laufwerk kann an einer Buchse an
der Riickseite des Gerats ange-
schlossen werden. Diese Buchse ist
nur fiir den Anschlu8 eines weiteren
Laufwerks vorgesehen. Diese
Schnittstelle befindet sich jedoch in
Gesellschaft zahlreicher weiterer
AnschluBméglichkeiten. Uber jeder
Buchse ist ein kleines Bildchen, das ~
einleuchtend darstellt, welches Ge
rat hier angeschlossen werden
kann. Derartig bebilderte Anschliis-
se sind vorhanden entweder fiir e+
nen Joystick, Handregler oder eine ©
Maus, ein Telefonmodem (serieller
Anschlu&), einen Fernseher, einen
Monitor, das Diskettenlaufwerk un
einen seriellen Drucker wie be=
spielsweise den Apple ImageWriter
Ausgabe 13 vom 13.6
Test
Das Laufwerk ist >
an der rechten
Seite des
Apple IIc
integriert
Ausgabe 13 vom 13. 6. 84
oder einen Plotter. An eine weitere
runde Buchse wird das Netzteil an-
geschlossen, das die Spannung von
220 Volt auf 18 Volt umwandelt und
zirka 144 Kilogramm wiegt. Der Trafo
besitzt leider keinen Ein/Aus-
Schalter. Selbst wenn man den Com-
puter ausschaltet, bleibt der Trafo
trotzdem in Betrieb. Ohne den Trafo
kann der Apple IIc nicht in Betrieb
genommen werden. Damit nimmt
das Gewicht des tragbaren Apple
IIc auf zirka 5 Kilogramm zu. Abge-
sehen davon, da’ das Netzteil ganz
schon schwer ist, ist es als zusatzli-
ches Gerat unpraktisch. Der Apple
IIc ware sicher »kompakter«, wenn
das Netzteil in die Systemeinheit in-
tegriert ware und nicht als lastiges
Anhangsel mitgeschleppt werden
mii8te. Ein externes Netzteil bietet
jedoch dem Hersteller den Vorteil,
da8 durch Austausch des Trafo die
in verschiedenen Landern unter-
schiedliche Stromversorgung leicht
in fiir den Apple IIc vertragliche
Weise umgewandelt werden kann.
Fiir die Zukunft ist sicherlich von ei-
nem Fremdhersteller ein Batterie-
beziehungsweise Akku-Zusatz zu er-
warten.
Hingegen ist die Tastatur einge-
baut. Sie besitzt 63 Tasten, wobei
Buchstaben, Zahlen und Sonderzei-
chen wie auf einer deutschen
Schreibmaschine angeordnet sind.
Genauso wie auf dem Apple Ile sind
zwei Apfeltasten (tiben dieselbe
Funktion wie die ControlTaste aus)
und vier Cursorbewegungstasten
untergebracht. Der Apple IIc unter-
scheidet jedoch zwischen deut-
scher und Programmier-Tastatur.
Oberhalb der Tastatur befindet sich
ein Schalter, der mit einem Symbol
fiir die Tastatur versehen ist. Diesen
Schalter kann man mit einem Blei- .
stift driicken und damit von der
deutschen auf die Programmmier-
Tastatur umschalten. Fiinf Tasten
sind dann anders belegt. Anstelle
der Umlaute stehen nun geschwun-
gene und eckige Klammem sowie
ein Slash. Das »8« weicht dem »~«
urd das »§« dem »@«. Rechts ober-
halb der Tastatur sind zwei kleine
Lampchen angebracht. Das rechte
leuchtet griin sobald der Apple IIc
eingeschaltet wird, das linke rot bei
Inbetriebnahme des Diskettenlauf-
werks, Auch diese beiden Kontroll-
anzeigen sind wie die Buchsen auf
der Riickseite des Apple IIc mit
selbsterklarenden Symbolen verse-
hen. Ganz links iiber der Tastatur ist
die ResetTaste untergebracht.
Durch gleichzeitiges Driicken der
Tasten »offener Apfel«, »Control«
und »Reset« kann man das System
neu starten, ohne den eigentlichen
Netzschalter ganz rechts an der
Riickseite des Gerats zu betatigen.
Einen Warmstart erreicht man bei
einigen Programmen durch
Driicken der Control- und der
ResetTaste. Dabei bleibt das Pro-
gramm im Arbeitsspeicher erhal-
ten. Zwischen der Reset‘Taste und
dem Umschalter fiir die Tastatur be-
findet sich noch ein mit einem Blei-
stift zu bedienender Schalter, verse-
hen mit der Beschriftung »80/40«.
Durch Driicken dieser Taste kann
man die Darstellung auf dem Bild-
Test
schirm von 80 Zeichen pro Zeile auf
40 Zeichen andern.
Man kann sowohl einen Monitor
als auch einen Fernseher an den
Apple IIc anschlieBen. Die
80-Zeichen-Darstellung eignet sich
jedoch nur fiir einen Monitor, da die
Aufl6sung von Fernsehgeraten zu
gering ist, um 80 Zeichen in einer
Zeile deutlich darzustellen. Fiir
Fernseher ist deshalb die 40-Zei-
chen-Ausgabe vorgesehen. Fernse-
her kénnen tiber den im Lieferum-
fang enthaltenen HF-Modulator an-
geschlossen werden. Die Bildquali-
tat eines Fernsehers reicht vollkom-
men aus, solange man mit dem
Apple IIc spielt, ausprobiert oder
nicht allzu lange vor dem Gerat sitzt.
Fiir Textverarbeitung oder Erstellen
von Kalkulationen ist es jedoch rat-
sam, einen Monitor anzuschlieBen.
Ein Monitor bietet den Vorteil der
80-Zeichen-Darstellung, eines
scharferen Bildes und damit weni-
ger schnell ermiidende Augen.
Apple selbst bietet zum Apple IIc ei-
nen 9-Zoll-Monochrom-Monitor an.
Bisher ist es leider noch nicht még-
lich, Farbe auf den Farbfernseher
auszugeben. Dazu fehlt der entspre-
chende Adapter. Ab August 1984
wird Apple jedoch den mitgeliefer-
ten HF-Modulator kostenlos umtau-
schen gegen einen Modulator, der
Farbausgabe erméglicht. Deshalb
liegt jeder Apple IIc-Lieferung vor
August ein Cutschein bei.
Der Apple IIc kennt drei Grafik-
modi. Im Low-Resolution Farbgrafik-
modus bietet er eine Auflésung von
40 (horizontal) mal 48 (vertikal) Punk-
ten und 16 Farben. Im High-Reso-
lution Farbgrafikmodus kénnen 16
Farben bei einer Auflésung von 280
(horizontal) mal 192 (vertikal) Punk-
tenausgegeben werden. Im Double-
High-Resolution Farbgrafikmodus
ist es sogar méglich, 560 (horizontal)
mal 192 (vertikal) Punkte in sechs
verschiedenen Farben zu program-
mieren. Diese hdchste Auflésung
soll auch ein LCD-Flachbildschirm
bieten, der jedoch nicht vor Ende
1984 lieferbar sein wird. Dieser
Flachbildschirm wird die verschie-
denen Text- und Grafik-Modi des
Apple IIc unterstiitzen und tiber den
Apple IIc mit Strom versorgt wer-
den. Erst mit diesem Flachbild-
schirm wird der Apple IIc tatsach-
lich zu einem tragbaren Computer,
denn was will man mit einem Com-
puter ohne Ausgabeméglichkeit,
falls kein Fernseher oder Monitor
greifbar ist. Ab einem unbestimm-
ten Zeitpunkt soll auch ein RGB-
Adapter angeboten werden.
Ahpopiacomoutes
16 KByte ROM
Mikroprozessor
65C02
An der linken Seite des Gerats
sind noch eine Buchse fiir den An-
schlu8 von Kopfhérern und ein
Schalter angebracht, an dem die
Lautstérke des eingebauten Laut
sprechers reguliert werden kann.
Der Apple IIc kann mehrere Tone
gleichzeitig ausgeben, Die musikali-
schen Fahigkeiten des Apple IIc
bringen eine Sonate, die auf einer
der mitgelieferten Disketten gespei-
chert ist, bestens zur Geltung. Musik
auf dem Apple IIc darf sich iiber
fiinf Oktave erstrecken.
Demo-Software
zeigt Apple IIc von
einer besten Seite
Von den fiinf mitgelieferten Dis-
ketten sind drei auf beiden Seiten
bespielt. Samtliche Programme die-
nen dazu, den Benutzer im Umgang
mit dem Apple IIc vertraut zu ma-
chen. Der Anwender wird auf spie-
128 KByte RAM
Innenleben des Apple IIc
lerische und teilweise héchst amii-
sante Weise in die Welt der Compu-
ter eingefiihrt. Er erfahrt das wich-
tigste liber die Tastatur, das Innenle-
ben eines Computers, Programmie-
rung und Anwendersoftware.
Fiir den Einstieg ist die Diskette
mit der Bezeichnung »Eine Einfiih-
rung« vorgesehen. Diese Lektion
stellt die Tastatur vor, erklart, was
ein Menii ist, zeigt die Farbméglich-
keiten und erlautert, warum es drei
verschiedene Cursor gibt sowie de-
ren Funktionen. In einem Geschick-
lichkeitsspiel, einem Labyrinth, in
dem man einem Haschen zu einer
riesigen Mohrriibe verhilft, kann
man das Gelernte iiben.
Die Riickseite dieser Diskette
heiBt »Spa® mit Apple«. Hierauf sind
drei Spiele und die Sonate gespei-
chert. »Galaxis« ist ein Weltraum-
spiel, das in zwei Versionen, Paddle
oder Tastatur, zur Verfiigung steht.
»Space Attack«ist ebenfalls ein Welt-
raumspiel, das allein tiber die Tasta-
tur gesteuert wird. Fahrkiinste auf
Test
MonitoranschluB
FernsehanschiuB
serielle Schnittstelle (Modem)
MausanschluB
AnschluB fiir externes Laufwerk
serielle Schnittstelle (Drucker)
u NetzanschiuB
Ein/Ausschalter
Ay
Rickseite mit AnschluBméglichkeiten
einer Rennstrecke in der Nahe des
Mondes kann man in dem Spiel
»Shuttle Race« unter Beweis stellen.
Die Diskette »Im Inneren des App-
le IIc« bietet einen spannenden und
zugleich lehrreichen Krimi. Nina
Neumeier bittet den beriihmten De-
tektiv Udo BitbeiBer um Rat. Heute
vormittag, als Frau Neumeier gera-
de Text in ihren Apple IIc eingetippt
hat, war plotzlich der Strom weg. Im
Hintergrund war ein hamisches La-
chen zu héren. Dann machte Nina
Neumeier die bittere Erfahrung,
daB der gesamte eingegebene Text
einfach weg war. Der schlaue Udo
BitbeiSer kombiniert, da& Kalle Ka-
belschreck hier am Werk war und
erklart Nina Neumeier, wie sie sich
am besten vor diesem Ubeltater
schiitzen kann. Er rat, alle halbe
Stunde den eingegebenen Text ab-
zuspeichern. Als Nina Neumeier
nicht versteht, was das mit ihrem Fall
zu tun hat, erklart ihr Udo BitbeiBer
ganz ausfiihrlich, warum ihr Text
verschwunden ist. Er dringt bei sei-
nen Erklarungen voll in das Innenle-
ben des Apple IIc ein. Nach dem
Mifverstandnis seitens Nina Neu-
meier, da8 es sich bei RAM um den
Schlagrahm handeln wiirde, der bei
ihr zu Hause im Kiihlschrank steht,
erklart Udo BitbeiBer die Begriffe
RAM, ROM, Mikroprozessor, Be-
triebssystem und Datei sowie die Zu-
sammenhange zwischen RAM und:
Diskette. Daraufhin kapiert Nina
Neumeier ihren Fehler und ent-
puppt sich als die Spitzenprogram-
miererin Gabi Ganzzahl, die Udo Bit-
beiBer erst auf die Probe stellen
wollte, ehe sie mit ihm zum Mittages-
sen geht. £
Dieser Computerkrimi mit seinen
lustigen Dialogen ist das ideale
Lehrwerk fiir einen Neuling. Ein Ein-
filhrungsbuch legt man vielleicht
nach 30 Seiten weg, weil es dann
, ganz einfach langweilig wird. Aber
diesen Krimi wird wohl jeder ge-
spannt verfolgen.
Zwei weitere Disketten fithren in
die Programmiersprache Basic und
Logo ein. Von Basic werden jedoch
nur die wichtigsten Befehle PRINT,
146 sem puter
RUN, END, LIST, SAVE, CAT, NEW,
LOAD, LET und INPUT erklart sowie
die Bedeutung von Variablen und
die Typen numerische und String-
Variable. Der Benutzer wird stets zu
Eingaben aufgefordert, in denen er
das Gelernte anwenden mu8. Das
Programm verharrt solange bei ei-
ner Frage, bis die richtige Antwort
eingetippt worden ist.
»Einfiihrung in Logo« zeigt, wie
man Bilder zeichnen, Befehle wie-
derholen oder neue Worte definie-
ren kann. Dieses Programm ist je-
doch nicht so stur wie das Basic-
Lemprogramm. Hat das Programm
nach drei Versuchen immer noch
nicht die richtige Antwort erhalten,
beantwortet es die Frage selbst und
fahrt fort. Auf diese Art lernt der Be-
nutzer auch in Logo zu rechnen oder
zu schreiben.
Von der Demo »Apple Works« gibt
es zwei Fassungen. Die eine ist auf
40 Zeichen pro Zeile programmiert,
also geeignet fiir die Ausgabe auf ei-
nen Femseher, und die andere auf
80 Zeichen pro Zeile. Beide Versio-
nen geben einen Uberblick tiber
das Programm »Apple Works«, das
demnachst fiir alle Computer der
Apple Il-Familie ab 64 KByte RAM
lieferbar sein soll. Es handelt sich
um integrierte Software, die aus drei
Teilen besteht: einer Textverarbei-
tung, einer Dateiverwaltung und ei-
nem Rechenblatt. Die Dateiverwal-
tung erinnert stark an QuickFile, die
fiir den Apple Ile und Apple III zur
Verfiigung stehende Dateiverwal-
tung. Das Rechenblatt kann maximal
aus 30000 Zellen bestehen. Die Text-
verarbeitung hat mit dem bekann-
ten Apple Writer nichts zu tun. Es ist
ein vollig neues Programm. Das De-
moprogramm zeigt auch wie die
drei Programme zusammenarbei-
ten. In einem Bericht eines Vereins
wird in einem Brief, der mit diesem
Programm erstellt wurde, die von
der Dateiverwaltung erstellte Spie-
lerliste und eine Kalkulation tiber
die Vereinsausgaben, berechnet
mit dem Kalkulationsteil, eingefiigt.
Wie die Zusammenfiigung genau
ablauft, zeigt die Demo leider nicht.
Ineiner der nachsten Ausgaben von
Computer persénlich werden wir
Apple Works jedoch testen und auf
das Zusammenspiel der drei Pro-
gramme besonders ausfiihrlich ein-
gehen.
Auf der letzten der mitgelieferten
Disketten sind System-Dienstpro-
gramme gespeichert. Die Dienst-
programme sind gegliedert in Pro-
gramme zum Bearbeiten einzelner
Dateien und solche zum Bearbeiten
ganzer Disketten.
Der Apple IIc kennt drei Betriebs-
systeme: Apple-DOS 3.3, ProDOS
und das UCSD-System mit Pascal.
Ruft man beispielsweise von der Sy-
stemdiskette das Programm »Kopie-
rekot
Eaeeapeasaa
rai
fate teats
i ee ©
ee
Apple Ile (links), tragbarer Apple Ilc (rechts)
Ausgabe 13 vom 13. 6. 84
Test
ren von Dateien« auf, so kann man ei-
ne mit einem dieser Betriebssyste-
me ausgeriistete Diskette einlegen
und der Apple Ilc stellt selbst fest,
um welches Format, ProDOS, DOS
3.3 oder UCSD-Pascal, es sich han-
delt. Es ist also nicht mehr nétig, zum
Bearbeiten von Disketten oder Da-
teien das jeweils entsprechende Be-
triebssystem zu laden
Die Systemdiskette bietet Pro-
gramme zum Kopieren, Loschen
und Umbenennen von Dateien so-
wie die Méglichkeit, Dateien mit ei-
nem Schreibschutz zu versehen
oder diesen aufzuheben. Zur Bear-
beitung von Disketten stehen Routi-
nen zum Kopieren und Formatieren
sowie zur Ausgabe des Inhaltsver-
zeichnisses bereit. Als sonstige
Funktionen werden zwei Program-
me speziell fiir ProDOS angeboten.
Eines davon dient zum Setzen eines
Prefix, das andere zum Erstellen ei-
nes Subdirectorys. Was es mit die-
sen beiden Funktionen auf sich hat,
kénnen Sie in einer der nachsten
Ausgaben von Computer persoénlich
lesen, in der das Betriebssystem
ProDOS vorgestellt wird.
Die Systemdiskette bietet jedoch
noch drei weitere Programme. Ei-
nes davon erméglicht das Konvertie-
ren von Disketten-Formaten. Damit
kann man eine DOS 3.2-Diskette in
eine DOS 3.3-Diskette umwandeln
oder eine mit DOS 3.3 formatierte
Diskette zu einer ProDOS-Diskette
werden lassen. Die Konvertierung
von ProDOS nach DOS 3.3 ist eben-
falls méglich. Das Konvertierpro-
gramm erhdht die Kompatibilitat
zwischen Apple Ile und Apple IIc
erheblich. Sehr viele Programme
fiir den Apple Ile laufen unter DOS
3.3. Neuere und vor allem zukiinfti-
ge Programme werden jedoch von
dem leistungsfahigeren ProDOS
Gebrauch machen. Deshalb ist es
wichtig, ein Programm zu haben,
das unter DOS 3.3 angelegte Datei-
en in das ProDOS-Format iibertragt.
Eine weitere Routine der Dienst-
programm-Diskette iiberpriift eine
Diskette auf schadhafte Blocke. Bei
beschadigten Disketten liefert das
Programm die Meldung: »Die Dis-
kette scheint defekt zu sein«.
SchlieBlich ist es mit einem Dienst-
programm auch noch mdglich, die
. beiden seriellen Anschliisse an der
Riickseite des Apple IIc zu program-
mieren. Das ist wichtig, wenn man
beispielsweise einen anderen se-
riellen Drucker als den ImageWriter
anschlieBen méchte. Mit diesem
Programm bietet der Apple IIc eine
Entschadigung fiir fehlende Steck
Apple IIc mit 9-Zoll-Monitor
platze. Beim Apple Ile benstigt man
so ziemlich fiir jedes Peripheriege-
rat eine eigene Interface-Karte.
Beim Apple IIc kann man nun, falls
man das richtige AnschluRkabel be-
sitzt, verschiedene serielle Schnitt-
stellen per Programm erhalten.
Apple llc bietet fir
Steckpldtze des
Apple Ile kaum Ersatz
Diese Variabilitat darf jedoch
nicht dariiber hinwegtauschen, da&
der Apple IIc ein geschlossenes Sy-
stem ist. Er besitzt keine Steckplatze
wie der Apple Ile zur Erweiterung
des Systems. Es ist daher nicht még-
lich, an den Apple IIc einen Drucker
mit parallelem Eingang anzuschlie-
Ben, da keine parallele Schnittstelle
vorhanden ist und auch nicht einge-
baut werden kann. Alle Programme
fiir den Apple Ile, die eine spezielle
Zusatzkarte bendtigen, konnen des-
halb nicht auf dem Apple IIc laufen.
Viele Schnittstellen, um die man den
Apple Ile erst erweitern muBte, wie
Disc-Controller, Maus-Interface, se-
rielle Schnittstellen, 80-Zeichen-
karte sowie auch die 128 KByte RAM
sind im Apple IIc von vornherein
vorhanden. Alle Gerate mit paralle-
lem Anschlu8B bleiben jedoch dem
Apple IIc vorenthalten wie auch bei-
spielsweise das GrafikTablett, das
eine spezielle Grafikkarte bendotigt.
Damit scheidet der Apple IIc als
Computer fiir individuelle Anwen-
dungen, fiir die ein bestimmter Con-
troller bendtigt wird wie beispiels-
weise die Steuerung einer Maschi-
ne, aus. AuSerdem lauft auf dem
Apple IIc die gesamte CP/M-Soft-
ware nicht, da er nicht mit einem
Z80-Prozessor ausgeriistet werden
kann.
Nach Angaben des Herstellers
sollen fast alle fiir den Apple Ile ge-
schriebenen Programme, die keine
spezielle Zusatzkarte bendtigen, auf
dem Apple IIc laufen. Zusatzlich
konnen fiir Kompatibilitatsprobleme
die Monitorsteuerung, der 65C02
Prozessor, ausgefallener Software-
Schutz oder unerlaubte Speicher-
adressen verantwortlich sein. Im
ROM des Apple IIc sind Routinen
zur Steuerung der Bildschirmausga-
be gespeichert. Wie diese ausse-
hen und worin der Unterschied zur
Monitorsteuerung des Apple IIe be-
steht ist leider nicht bekannt. Von
diesem Unterschied ist jedoch der
Apple Writer betroffen. Er lauft auf
dem Apple IIc nicht.
Wahrend der Apple II und IIe ge-
rade durch ihre Erweiterungssteck-
platze zahlreiche Anwender gefun-
den haben, fehlen dem Apple IIc
die Slots. Das offene System Apple
Tle steht dem geschlossenen, aber
dafiir tragbaren und etwas billige-
rem Apple IIc gegeniiber. Der App-
le IIcist nur fiir diejenigen ein Apple
Tle-Ersatz, die keine Zusatzkarten
bendtigen.
Wie auch fiir den Apple Ile gibt es
fiir den Apple IIc die Programmier-
sprachen Applesoft-Basic, Pascal,
Test
Diskettenlaufwerke
80-Zeichen-Darstellung
grafische Auflésung
Farben
Erweiterungsslots
Schnittstellen
Sonstiges
Betriebssysteme
Software
Preis (inkl. MwSt.)
Die wichtigsten technischen Daten und Unterschiede zum Apple Ile
Apple Ic
Gewicht 3,5 kg
CPU 65C02
Takt 1,023 MHz
ROM-Bereich 16 KByte
RAM-Bereich 128 KByte
1 eingebaut, 143 KByte,
l extern
standardmaBig
Low Resolution
40 x 48 Punkte,
High Resolution
280 x 192,
Double High Resolution
560 x 192
Low Resolution: 16
High Resolution: 16
Double High Resolution 6
tv)
2 serielle, 1 fiir externes
Laufwerk
HF-Modulator, externer
Trafo, Steckbuchse fiir
Maus, Joystick oder
Handregler
ProDOS, DOS 3.3,
UCSD-P-System
fast die gesamte Apple II-
Software, Apple Works,
Access II, Apple Logo II,
Apple Education, Classics
4249,92 Mark (ohne
Monitor)
639,54 Mark (9-Zoll-Monitor)
Apple Ie
6502
1,023 MHz
16 KByte
64 KByte, max. 128 KByte
max. 6 externe, je 143 KByte
Zusatzkarte nétig
Low und High Resulution
wie Apple IIc
Low und High Resulution
wie Apple IIc
oD
wie Apple Ilc, ber Zusatz-
karten CP/M, MS-DOS
Apple Ile-Software
4907,70 Mark (64 KByte
RAM, | Floppy, Monitor)
Fortran, Superpilot, Logo und As-
sembler sowie die Betriebssysteme
DOS 3.3, ProDOS und Pascal.
Die im Lieferumfang enthaltene
Dokumentation ist zwar gut ge-
schrieben und leicht verstandlich,
aber nicht vollstandig. Sie besteht
aus einer Anleitung zur Inbetrieb-
nahme des Apple IIc sowie einer
5l-seitigen Beschreibung der
System-Dienstprogramme. Das ei
gentliche Benutzerhandbuch um-
faBt 147 Seiten. Alle drei Handbii-
cher sind in deutscher Sprache er-
haltlich. Das Benutzerhandbuch
orientiert sich eng an den Demo-
Apple Works —
in einen Brief
werden Daten
aus der Kalku-
Jation und der
Dateiverwaltung
eingefiigt
Ausgabe 13 vom 13. 6. 84
Disketten und informiert tiber
Computer-Clubs, Zeitschriften und
Biicher sowie iiber Peripheriegera-
te. Das Adressenangebot ist jedoch
auf die USA begrenzt. Der umfas-
sende Anhang gibt Ratschlage zur
Fehlerbeseitigung, informiert tiber
Kundendienst und Unterstiitzung so-
wie tiber Spezifikationen des Apple
IIc und Unterschiede zu den ande-
ren Apple IlTypen. Auferdem
beinhaltet er haufige Fragen von
Anfangern und die entsprechenden
Antworten sowie ein hilfreiches klei-
nes Computer-Lexikon. Es fehlt je-
doch jede Art von technischen An-
gaben. Man findet aber im Hand-
buch den Hinweis auf ein Reference
Manual fiir den Apple IIc, das Aus-
kunftiiber technische Details geben
soll.
Der ideale Computer fiir
Einsteiger und alle, die
Einfachheit schétzen
Der Apple IIc ist das ideale Gerat
fiir einen Anfanger, der einen ein-
fach zu bedienenden Computer ha-
ben méchte. Dank des umfangrei-
chen Software-Angebots ist der
Apple IIc sowohl im gehobenen
Heim-als auch im Geschaftsbereich
oder in der Ausbildung einsetzbar.
Zugunsten der Tragbarkeit wurde
aus dem Apple IIe das geschlosse-
ne System Apple IIc. Aufgrund der
fehlenden Erweiterungsslots wird
der Apple IIc nicht so vielseitig ein-
setzbar sein wie sein alterer Bruder.
Er bietet jedoch Eigenschaften, um
die der Apple Ile erst erweitert wer-
den muB&: ein Laufwerk, den An-
schlu8 fiir ein weiteres Laufwerk,
zwei serielle Schnittstellen, Maus-
anschlu&-, 80-Zeichen-Darstellung
und 128 KByte RAM.
Der Apple IIc ist zwar tragbar,
aber nicht mobil. Es bleibt zu wiin-
schen, da bald eine batteriebetrie-
bene Version angeboten wird. Au-
Berdem kann es sich wohl nur App-
le Computer leisten, einen neuen
Computer mit einem 54-Zoll-
Laufwerk mit nur 143 KByte Kapazi-
tat anzubieten. Leistungsstarker und
leichter ware ein 3/4-Zoll-Laufwerk
wie es der Macintosh besitzt. Es ist
zu vermuten, da8 der Apple IIc ein
Erfolg wird, da kaum ein anderer
Computer dieser Klasse so unpro-
blematisch zu bedienen ist, tiber so
ein umfangreiches Arsenal an Pro-
grammen verfiigt und gerade dem
Anfanger den Einstieg so leicht
| macht. (gu)
cpmyutar |49